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Hunde müssen an die Leine

Unabhängig davon, ob in der Hausordnung ein Leinenzwang für Hunde in einer Wohnungseigentumsanlage vorgeschrieben ist, hat der Hundehalter im Haus und auf der gesamten Wohnungseigentumsanlage seinen Hund an der Leine zu führen.
Dies hat das Amtsgericht München in einem spektakulären Urteil vom 08.08.2011 entschieden.
Im vorliegenden Fall hatte ein Hundehalter seine Hunde in der Wohnungseigentumsanlage – trotz dreimaliger Abmahnung durch die Hausverwaltung – zumindest zeitweise frei herumlaufen lassen.
Damit liegt laut Gericht ein Verstoß gegen § 15 Abs. 3 und § 14 Nr. 1 WEG (Wohnungseigentumsgesetz) vor, da das Laufen lassen von Hunden in dem Gebäude und auf dem Freigelände einer Wohnungseigentumsanlage eben bereits eine Beeinträchtigung der übrigen Eigentümer darstellt, die über das in diesen Paragraphen bestimmte Maß hinausgehe.
Nicht entscheidend dabei sei, ob die Hunde gefährlich seien oder dazu neigen, aus sonstigen Gründen an Personen hochzuspringen. Bereits der Umstand, dass die Hunde unangeleint herumlaufen, könne zu Angst oder zu Besorgnis der übrigen Eigentümer und Mieter führen, dass die Hunde sie anspringen oder sonst belästigen.
Dies stelle eine erhebliche Beeinträchtigung im Sinne der genannten Vorschriften dar, welche die übrigen Eigentümer nicht hinnehmen müssten.

RA Thomas Fuhrmann vom Bayer. Wohnungs- und

Grundeigentümerverband (www.bwe-online.de) hält die Entscheidung des Gerichts für legitim, da in der Tat sich manch Wohnungseigentümer durch frei laufende Hunde belästigt oder gar bedroht fühle.
Hierfür sei als Maßstab bereits das subjektive Gefühl des Einzelnen anzulegen. Im Übrigen sei es jedem Hundehalter zumutbar, sein Tier in den genannten Bereichen anzuleinen, da der Hundehalter ohnehin immer eine Leine mit sich führen müsse.